649,00 €
Netto: 545,38 €
Bestellt
| HE | 3 |
| TE | 42 |
| Tiefe | 25 |
| +12V | 75 |
| –12V | - |
| +5V | - |
Neutral Labs Luna — Ein herrlich seltsamer digitaler Logikchip -Wahnsinn. Patchbarer CMOS-Logic-Synth in bester Lunetta-Tradition, mit offengelegter Logik, Touchpads, Low-Pass Gates & Onboard-FX
Luna ist ein experimenteller Synthesizer von Neutral Labs und gehört zu einer ziemlich speziellen Instrumentenfamilie: den Lunettas. Ganz kurzer Ausflug in die Geschichte: In den 70ern und 80ern begannen DIY-Bastler, Synths aus günstigen CMOS-Logikchips zu bauen — also aus den gleichen unscheinbaren Bauteilen, die man auch in Taschenrechnern und Digitaluhren finden konnte. Das Ergebnis war roh, etwas unberechenbar und oft näher an einer Noise Box als an einem klassischen Instrument. Benannt wurde dieser Ansatz nach Stanley Lunetta, einem amerikanischen Percussionisten, der genau aus solchen Schaltungen musikmachende Maschinen gebaut hat. Neutral Labs nennt Luna „the first serious Lunetta“ — augenzwinkernd, aber nicht ganz falsch: Hier wurde diese DIY-Tradition in ein sauber gebautes, sofort spielbares Instrument übersetzt.
Die Logik ist der eigentliche Motor von Luna, und Neutral Labs legt sie direkt auf die Oberfläche. Die CMOS-Ein- und Ausgänge sitzen auf der Frontplatte. Wenn du hier patchst, verschiebst du also nicht einfach Audiosignale, sondern verdrahtest die innere Logik des Synths neu. Fünf Oszillatoren laufen in eine Sammlung von Logic-Blöcken — Gates, Counter, Shift Register und einen Multiplexer. Je nachdem, wie du sie kombinierst und neu patchst, greifen die Signale auf komplexe, wandernde und nur bedingt vorhersehbare Weise ineinander. Eine klare Grenze zwischen Sequenz und Klang gibt es dabei nicht. Ein langsamer Logic-Puls kann einen Rhythmus erklingen lassen - beschleunigst du denselben Puls, wird daraus ein Ton. Rhythmus und Timbre bestehen hier aus demselben Rohmaterial - es kommt nur auf die Geschwindigkeit an.
Reine Logic-Chips können für sich genommen ziemlich ruppig klingen. Deshalb schickt Luna alles durch drei Low-Pass Gates, jeweils mit regelbarem Decay und etwas Klangformung. Genau hier wird der digitale Wildwuchs musikalisch greifbar: Die Gates geben dem kantigen Rechenmaterial eine natürliche, perkussive Hüllkurve. So holst du Bongos, Plucks und stabile Basslines aus etwas heraus, das im Kern eigentlich ein Haufen Logikschaltungen ist. Danach folgt eine zweifache Effektsektion mit reichlich Auswahl, dazu kommen zwei Sequencer, MIDI und ein kopfhörertauglicher Ausgang. Eine wunderbar seltsame Hands-on-Maschine für noisy, experimentelle Sounds.
Features:
- Experimenteller CMOS-Logic-basierter Synthesizer im Lunetta-Stil
- 5 Oszillatoren
- 6 Logic-Gates: 2 XOR, 2 NOT, 2 AND
- 5 Logic-Blöcke: 5-Step Ring Counter, 4-Bit Binary Counter, 2 Shift Register, 4-Channel Multiplexer
- 3 Touchpads zur Erzeugung von Logic-Signalen
- Offengelegte CMOS-Ein- und Ausgänge auf der Frontplatte zum direkten Patchen
- 3 Audiokanäle mit Low-Pass Gates, regelbarem Decay, schaltbarem Trigger-Modus, Gain und Tilt-EQ
- 13 Audioeffekte, frei auf 2 serielle Effekt-Slots verteilbar: Drive, Delay, Reverb, 6 Filtertypen, Bitcrusher, Phaser, Chorus, Comb Filter
- CV-Steuerung für Effekte und 2 Oszillatoren
- MIDI-Steuerung für 2 Oszillatoren, alle 3 Low-Pass Gates und 3 Logic-Ausgänge über MIDI TRS Type A
- 2 Sequencer mit bis zu 64 Steps, synchronisierbar zu Clock oder MIDI
- Kopfhörerausgang mit eigenem Volume-Regler
- Desktop-Version inklusive 12 geflochtenen Patchkabeln
Note: Die Desktop-Version hat einen Eurorack-Power-Header und kann ins Eurorack eingebaut werden. Das Desktop-Gehäuse selbst hat jedoch 5 V USB-Stromversorgung und keine Eurorack-Schienen. Ohne Modifikationen lässt es sich also nicht als 42 TE Rack verwenden.