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| HE | 3 |
| TE | 24 |
| Tiefe | 25 |
| +12V | 88 |
| –12V | 116 |
Catalyst Audio MIG VCO — Dualer Röhrenoszillator mit resonantem Feedback, Saturation und diskretem Wavefolder. Rohe, zischende Schwingung, immer ein wenig auf Kante — nichts für die Präzisionsfraktion
Der MIG VCO von Catalyst Audio und Electroserf ist ein analoger Oszillator mit einem ungewöhnlichen Herzstück: einem Dual-Tube-Core, in dem sich zwei gematchte 1J24b-Pentoden gegenseitig mit der doppelten Ausgangsfrequenz resetten. Jede Röhre zeichnet dabei eine Hälfte der finalen Wellenform. Mit Balance und Offset werden diese beiden Hälften gegeneinander verschoben — daraus entsteht die ganze Bandbreite an Shapes. Ehrlich gesagt lässt sich das anhand der Oszilloskop-Zeichnungen im Manual schneller begreifen als in Worten erklären. Der Resonance-Regler führt einen Teil des Ausgangssignals zurück in die Röhren und verbiegt die Wellenformen weiter; ein Schalter wählt zwischen zwei Feedback-Varianten. Ein Waveshaping-Trick, der laut den Machern mit konventionellen Oszillator-Cores so eigentlich nicht machbar ist.
Von dort aus verzweigt sich das Signal auf vier gleichzeitige Ausgänge. Raw ist der Oszillator-Core selbst. Pulse schickt dieses Signal durch einen Comparator, dessen Threshold du mit dem PWM-Regler setzt — moduliere Balance und Offset, und du bekommst schöne PWM-artige Bewegung. Smooth führt das Raw-Signal durch eine dritte Röhre, die von clean bis in volle Saturation gefahren werden kann. Dabei werden die Kanten runder, bis sich das Ganze schließlich in eine weiche Rechteckform setzt. Der Shape-Regler macht den Klang heller oder dunkler, indem er diese Röhre neu vorspannt. Fold schickt die geglättete Welle anschließend durch einen vierstufigen, diskret aufgebauten Transistor-Wavefolder. Für die Steuerung gibt es 1 V/Okt, lineares FM und einen einstellbaren Sync, der je nach eingehender Wellenform eine oder beide Röhren resetten kann.
Beim Tuning ist Catalyst angenehm direkt: Der VCO trackt ungefähr ±10 Cent über vier Oktaven und ist temperaturkompensiert — die Hersteller vergleichen das mit einem Analogsynth der 1970er. Wenn du punktgenaue Stimmung über acht Oktaven brauchst, ist das hier nicht dein Oszillator. Was du stattdessen bekommst, ist eine Stimme, die brummt, zischt und immer ein bisschen kurz vor dem Ausbruch steht — rohe elektrische Angriffslust, gerade noch unter Kontrolle. Ein starker Hauptoszillator für Patches, in denen Charakter wichtiger ist als klinische Präzision.
Features:
- Analoger Röhrenoszillator mit Dual-Tube-Core, insgesamt drei 1J24b-Röhren
- Zwei gematchte Röhren erzeugen jeweils eine Hälfte der Wellenform; Balance und Offset formen das Ergebnis
- Resonance-Feedback-Pfad mit zwei Varianten, verändert die Waveshapes dynamisch
- Vier gleichzeitige Ausgänge: Raw, Pulse, Smooth, Fold
- Pulse-Ausgang mit PWM-Threshold-Control
- Smooth-Stufe: dritte Röhre von clean bis volle Saturation; Shape verschiebt die Vorspannung und damit den Klang
- Fold-Ausgang über einen vierstufigen, diskreten Transistor-Wavefolder
- 1 V/Okt-Tracking, ca. ±10 Cent über 4 Oktaven, temperaturkompensiert
- Linearer FM-Eingang
- Einstellbarer Sync, der eine oder beide Röhren resetten kann
- CV-Eingänge mit Attenuvertern für Balance, Offset und Smooth/Fold
- NOS-Sowjet-Pentoden aus der Cold-War-Ära
- 100 % analog