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| HE | 3 |
| TE | 10 |
| Tiefe | 31 |
| +12V | 50 |
| –12V | 50 |
| +5V | 170 |
Thorn Audio Splines — Kurven werden zu Spannungen. Ein visueller Vektor-Kurvengenerator für LFOs, Envelopes, Sequenzen, mikrotonale Skalen und seltsame Oszillatoren. Ein enorm flexibles Tool!
Splines ist ein visueller Vektor-Kurvengenerator für Eurorack — ein Modul, das gezeichnete Kurven in Spannungen verwandelt. Die Frontplatte macht die Idee sofort klar: ein kleines Fenster mit Nodes und Linien, zwei Encoder, ein paar Tasten und ein ziemlich direktes Versprechen — du bearbeitest die Form, die du hörst. Daraus wird wahlweise ein Oszillator, LFO, Envelope Generator, Step Sequencer, Quantizer, CV-Prozessor oder Scope. Alles folgt derselben Grundidee: eine Kurve zeichnen, in Spannung übersetzen und dann so lange verbiegen, bis musikalisch interessante Dinge passieren.
Der Name ist hier Programm. Splines sind Kurven zwischen Punkten — bekannt aus Vektorgrafik, Animation und 3D-Modelling, hier aber für modulare Synthese zweckentfremdet. Du bekommst bis zu 16 Nodes, wobei die X-Achse für Zeit und die Y-Achse für Spannung steht. Das Modul verbindet diese Nodes zu einer bewegten Kurve, und der Spline-Ausgang folgt dieser Form. Tension, Continuity und Bias bestimmen, wie sich die Kurve zwischen den Nodes verhält: schärfer, weicher, nach vorne gezogen, zurückgelehnt — fast wie Bewegungsbearbeitung in einem visuellen Tool. Nur dass das Ergebnis als CV oder Audio aus dem Modul kommt.
Die visuelle Seite ist ein großer Teil davon, warum Splines so gut funktioniert. Das Display zeigt direkt, was passiert: Kurve, Nodes, gewählten Parameter, aktuellen Wert und eingehende CV. Die Bedienung ist reduziert, aber nicht kryptisch — ein Encoder wählt aus, was du bearbeitest, der andere verändert es. Die Tasten übernehmen Reset, Pause und Navigation. Der Bildschirm ist also nicht bloß Deko, sondern macht die Logik des Moduls sichtbar. Ohr und Auge treffen sich an derselben Stelle, und genau das macht die Arbeit damit so angenehm.
Bei langsamen Raten erzeugt Splines geloopte Modulationen, lange sich entwickelnde Verläufe, Tap-Tempo-LFOs, Step-Patterns oder Envelopes. Extern geclockt wird daraus ein Step Sequencer mit Gates, Triggern und Probability pro Node. Im Audiobereich verhält sich Splines wie ein Spline-basierter Oszillator, inklusive Clipping, Folding, Wrapping, Rectify, Comparator-Modus und Bitcrushing für rauere Kanten. Der Level-Parameter samt CV-Eingang kann dabei auch als eingebauter VCA dienen — Level auf 0 setzen, Envelope in Level CV patchen und den Ausgang direkt formen.
Auch der Quantizer ist schön durchdacht. Splines liest Scala-.scl-Dateien über USB-C, sodass mikrotonale Tunings von Anfang an mitgedacht sind: Dateien wie auf einen USB-Stick auf das Laufwerk ziehen, neu starten, und die Skalen erscheinen in der Auswahlliste. Quantisierung kann auf die Frequenz oder auf Spannungen angewendet werden, der 1V/oct-Ausgang arbeitet mit den Node-Werten oder leitet eingehende Pitch-CV weiter. Das eingebaute CV-Scope hilft dabei, eingehende Modulation direkt am Modul zu sehen und zu skalieren. Firmware-Updates, Presets, Backups und Scala-Dateien laufen alle über denselben USB-C-Port auf der Front.
Splines ist ein Multitool, aber eines mit so klarer Oberfläche und so einheitlicher Idee, dass es nie wie eine Sammlung lose zusammengeworfener Funktionen wirkt. Alles entsteht aus Nodes, Kurven, Zeit und Spannung. Hinter diesen schönen Ideen steckt Hallvard Kristiansen, der das Modul entworfen und gebaut hat; UI und Visuals stammen vom ASCII-Künstler Joni Caparas. Weil Splines sehr viel kann, lohnt sich das ausgezeichnete Manual wirklich. Es kann präzises Utility, seltsamer Oszillator, mikrotonaler Quantizer, Modulations-Zeichenmaschine oder kleines Laborinstrument sein, um besser zu verstehen, was im Rack eigentlich passiert. Viel Funktion, aber erstaunlich direkt bedienbar.
Features:
- Visueller Vektor-Kurvengenerator
- Bis zu 16 frei konfigurierbare Nodes: X = Zeit, Y = Spannung
- Spline-Form über Tension, Continuity und Bias steuerbar
- Zoom und Scroll zur Auswahl des Ausgangssegments; die Kurve loopt an den Enden
- Frequenzbereich: 0,001 Hz, ca. 16 Minuten pro Zyklus, bis 20 kHz
- Nutzbar als Wavetable-VCO, LFO, Step Sequencer, Envelope Generator, Quantizer oder CV-Scope
- Trigger-Einstellungen pro Node: Off / Trigger / Gate, mit einstellbarer Probability pro Node
- Integrierter Quantizer mit Unterstützung für .scl-Dateien (Scala), Drag-and-drop per USB (empfohlen: maximal 30–40 Dateien)
- Quantizer kann unabhängig auf Phasenfrequenz, Ausgangsspannungen oder den 1V/oct-Eingang angewendet werden
- Sechs CV-Eingänge, jeweils mit eigenem Oszilloskop, Gain von ±2,0-fach und Offset von ±5 V
- Sync-Eingang mit Modi für Looping, Reset Phase, Tap Tempo, Step, externe Clock und Sample & Hold
- Level-Parameter und CV-Eingang können als eingebauter VCA dienen — kein externer VCA nötig
- Clipping-Modi: Hard, Soft, Fold, Wrap, Rectify, Comparator
- Bitcrush von 16 Bit bis 1 Bit
- Konfigurierbarer 1V/oct-Ausgang: nur Nodes, weitergeleiteter Eingang optional quantisiert oder beides summiert
- Zwei Encoder mit Push-Funktion; drei mechanische Kailh Choc V2 Low-Profile-Keyswitches, hot-swappable
- 1,83″ / 4,65 cm Farb-LCD mit 284 × 240 Pixeln über SPI; UI-Farbe, Helligkeit und Ausrichtung konfigurierbar
- Frontseitiger USB-C-Port für Drag-and-drop-Firmware-Updates, Presets, Skalen und Backups
- Preset-System mit Save, Load, Rename, Update, Delete und Factory Reset
- ESP32-S3-Prozessor; WiFi und Bluetooth für Entwickler nutzbar
- Offene Entwicklungsplattform mit Templates, Treibern und Pin-Konfigurationen auf GitHub
- Ausgang: 1–16 Bit Auflösung, 192 kHz Sample Rate, ±5 V Bereich
- CV-Eingang: 12 Bit, 1 kHz Sample Rate, ±5 V Bereich, geschützt durch Clipping-Dioden
- Trigger-Dauer: 7 ms; Sync-to-Output-Latenz ca. 2 ms
- Umschaltbare interne/externe 5V-Stromversorgung per Jumper auf der Rückseite
- Konzept und Design von Hallvard Kristiansen, UI-Design von Joni Caparas