Der Elektron Tonverk ist ein polyphoner Sampler – der Ort, an dem deine Musik zusammenfindet oder sich völlig neu erfindet
Elektron und Sampling gehören untrennbar zusammen. Mit dem Octatrack und dem Digitakt haben wir bereits zwei außergewöhnliche Konzepte für sample-basiertes Musikmachen erlebt, die sich deutlich von klassischen Samplern unterscheiden – und die maßgeblich beeinflusst haben, wie wir heute über sample-basierte Musik denken. Der Tonverk ist dabei kein bloßer Mix aus Octatrack und Digitakt, sondern bringt eine ganz eigene Vision mit – und Elektron hat diese Vision seit dem Launch konsequent weiterentwickelt: mit sinnvollen Verbesserungen im Workflow und bei der Performance, darunter Fixes für MIDI-Timing und Latenz, ein erweitertes Undo/Redo und vieles mehr.
Von der Größe her liegt er zwischen den beiden genannten Maschinen. Eine Tastatur ist direkt in die Oberfläche integriert – ein klares Zeichen dafür, dass es sich hier um ein Instrument für melodische und harmonische Komposition handelt. Entsprechend stehen 36 verschiedene Skalen zur Verfügung, 16-stimmige Polyphonie pro Step, bis zu 256 Steps pro Pattern und Track sowie Multisample-Instrumente – oder man erstellt mit dem Auto Sampler einfach eigene Multisamples. Seit den ersten OS-Versionen wurde auch die Seite des Tonverk für das Einfangen externer Instrumente deutlich verbessert: Fixes gegen MIDI-Jitter und Audio-/MIDI-Latenz sorgen dafür, dass der Auto Sampler und größere Setups deutlich zuverlässiger arbeiten.
Anstatt jetzt alle Features einzeln aufzuzählen – dafür gibt es weiter unten eine übersichtliche Liste – schauen wir uns lieber die Stärken des Geräts an und was es von anderen abhebt. Der Tonverk wurde mit einem klaren Fokus auf polyphones Sampling entwickelt. Alles ist darauf optimiert, diese Fähigkeiten bestmöglich zu unterstützen. Ein Paradebeispiel dafür ist die Auto-Sample-Funktion für externe (und interne) Instrumente: Stell dir vor, du baust einen komplexen Patch in deinem Modularsystem oder in deiner DAW. Mit dem Auto Sampler erstellst du daraus automatisch ein eigenes polyphones Instrument – der Tonverk sampelt jede Note der Skala einzeln, damit du sie anschließend kreativ einsetzen kannst. Und mit OS 1.1.0 kam eine wirklich bahnbrechende Neuerung dazu: Grainer, eine granulare SRC-Machine, die genau diese Samples in schwebende Pads, tempo-synchrone Stotter-Effekte und ausdrucksstarke, „spielbare" granulare Texturen verwandeln kann – polyphon und direkt auf den Tracks.
Der Tonverk bietet acht Audio-Tracks, die jeweils auch als 8 monophone, multitimbrale Subtracks genutzt werden können – mit eigenem Sample, eigenem Sequencer und eigenen Parametern! Hier ist alles maximal flexibel! Dazu kommen Effekte, die es auf anderen Elektron-Geräten nicht gibt. Diese lassen sich auf Audio-Tracks anwenden, aber auch auf die vier Bus-Tracks, drei Send-Tracks und einen Mix-Track. Die Routing-Möglichkeiten sind umfangreich – sowohl intern als auch extern. Aktuelle OS-Updates haben das noch weiter ausgebaut: unter anderem mit Post-FX-Pan für mehr Kontrolle beim Mischen und Routing, sowie flexibleren Bus-Dynamics durch wählbare Sidechain-Quellen am Bus-Kompressor. Außerdem gibt es eine eigene Shape-Machine für Bus-/Send-Tracks (duales Shelving + Hüllkurven-/Stereobreite-Optionen), die das Klangformen erweitert – ohne das Gefühl, dafür einen FX-Slot opfern zu müssen.
Es gibt also unglaublich viel zu entdecken – am besten einfach selbst ausprobieren! Und falls du den Tonverk schon zum Launch getestet hast: Es lohnt sich, ihn jetzt noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Grainer, die neuen Effekte und die ganzen Performance- und Workflow-Updates verändern spürbar, was der Tonverk in der Praxis wirklich ist.
FEATURES:
- Machines (pro Audio-Track):
- SINGLE PLAYER – spielt einzelne WAV-Dateien (Mono oder Stereo) polyphon ab
- MULTI PLAYER – lädt Multisample-Instrumente aus der Library oder erstellt eigene Multisample-Instrumente
- SUBTRACKS – fügt einem Track 8 monophone, multitimbrale Subtracks hinzu, jeweils mit eigenem Sample, Sequencer und individuellen Parametern. 8 in 1!
- GRAINER (SRC-Machine) – polyphone granulare Verarbeitung, um Samples in spielbare Texturen, rhythmische Stotter-Effekte und sich entwickelnde Klangflächen zu verwandeln
- 8 × Stereo-Audio-Tracks
- 4 × Bus-Tracks
- 3 × Send-Effekt-Tracks
- 1 × Mix-Track
- 4 × wählbare Machines pro Audio-Track (Single Player, Multi Player, Subtracks, MIDI (auch auf den Bus-Tracks wählbar))
- 2 × zuweisbare LFOs pro Audio-Track
- 2 × zuweisbare FX-LFOs pro Audio-Track
- 1 × zuweisbare Modulationshüllkurve pro Audio-Track
- 2 × zuweisbare LFOs pro Effekt-Bus, Send-Effekte und Mix
- Umfangreiche Routing-Optionen, z. B. externer Input-Mixer mit routbaren Ausgängen
- Vielfältige Sound-Library (Einzelsamples, Drum-Sets, Multisample-Instrumente und Presets)
- Post-FX-Pan-Kontrolle (Audio-Tracks, Busse, Sends) zur Positionierung des gesamten bearbeiteten Signals im Stereofeld
- Sidechain-Quellenwahl am Bus-Kompressor (beliebiger Track oder externer Eingang als Sidechain-Quelle wählbar)
- Shape-Machine auf Bus-/Send-Tracks (duales Shelf-Shaping + Hüllkurven-/Stereobreite-Werkzeuge)
MIDI-TRACK-FEATURES:
- 16-stimmige Polyphonie pro Step
- 16 × zuweisbare CC-Controls
- 2 × zuweisbare LFOs pro Track
- Performance-Features
- Keyboard-Modus mit 36 verschiedenen Skalen
- Song-Modus
- Chord-Modus
- Verbesserte MIDI-Timing-/Latenz-Stabilität durch OS-Updates nach dem Launch
SEQUENCER-FEATURES:
- Bis zu 256 Steps pro Pattern und Track
- Arpeggiator pro Audio- & MIDI-Track
- Polyphones Sequencing
- Individuelle Patternlänge pro Track
- Individueller Zeitskalierungsmultiplikator pro Track
- Parameter Locks
- Trig Conditions & Trig Chance
- Retrig (nur Audio- & MIDI-Tracks)
- Micro Timing
- Sequencer Lanes
- Random-Arp-Modus (nach dem Launch hinzugefügt)
- Pattern Mute (nach dem Launch hinzugefügt)
- Undo/Redo-Verbesserungen + Subtracks-Workflow-Optimierungen + Arp-Sequenz-Rotation
- Trig Preview
Vielseitige Audio-Effekt-Sammlung (abhängig vom Track-Typ)
- Comb +/- Filter
- Filterbank
- Low-pass Filter
- Multimode Filter
- Infinite Flanger
- Panoramic Chorus
- Phase 98
- Warble
- Chrono Pitch
- Frequency Warper
- Compressor
- Degrader
- Dirtshaper
- Daisy Delay
- Saturator Delay
- Rumsklang Reverb
- Supervoid Reverb
- Steel Box Reverb (nach dem Launch hinzugefügt; „Character"-Reverb inspiriert von frühem Digital- und 90er-Jahre-Plate-Sound)
- Filter Folder (nach dem Launch hinzugefügt; ab OS 1.2.0 auf Send-FX verfügbar)
- Erweiterte FX-Verfügbarkeit über mehr Track-Typen hinweg (flexibleres Routing und Processing)
HARDWARE:
- 128 × 64 Pixel OLED-Display
- 4 × 6,3-mm-Audio-Ausgänge (impedanzbalanciert)
- 2 × 6,3-mm-Audio-Eingänge (balanciert)
- 1 × 6,3-mm-Stereo-Kopfhörerausgang
- 48 kHz, 24-Bit D/A- und A/D-Wandler
- 2 × USB-C-Anschlüsse
- MIDI In/Out/Thru
- SD-Kartenslot (SD-Karte im Lieferumfang)
- Class Compliant USB Audio
TECHNISCHE DATEN:
- Abmessungen: B 286 × T 176 × H 63 mm
- Gewicht: ca. 1,85 kg
- 100 × 100 mm VESA-Montagelöcher. M4-Schrauben mit max. 7 mm Länge verwenden
- 64-GB-SD-Karte und Elektron-USB-C-Kabel im Lieferumfang enthalten