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Analog Sweden SWEN2 — Monophoner Desktop-Synthesizer mit ungewöhnlichem Filter, generativem Sequencer und eigener Eurorack-Patchbay – inspiriert von einer seltenen Rave-Maschine der 90er
Der SWEN2 ist ein monophoner Desktop-Synthesizer von Analog Sweden aus Malmö – und das zweite Leben einer ziemlich obskuren Maschine. Seine Geschichte beginnt beim SWEnigiser, Analog Swedens 2023 erschienener Neuinterpretation des seltenen Orgon Systems Enigiser aus der Mitte der 90er. Die analogen Schaltungen wurden weitgehend unverändert übernommen und arbeiten nun in SMT-Bauweise. Diesmal steht ihnen jedoch ein digitales Gehirn zur Seite. Es ergänzt einen zweiten Oszillator, MIDI, einen zur Clock synchronisierbaren LFO, automatische Kalibrierung und einen generativen Sequencer. Derselbe raue Charakter, aber deutlich mehr Möglichkeiten zum Spielen und Experimentieren.
Der Signalweg folgt dem vertrauten Schema VCO → VCF → VCA, bietet dabei aber ungewöhnlich viele Optionen. Der analoge Oszillator liefert sechs Wellenformen sowie Regler für Oktavlage und Stimmung. Dazu kommen der chorusartige Ghost OSC2, zuschaltbares Rauschen und zwei Suboszillatoren für zusätzlichen Druck im Bassbereich. Das Herzstück ist der Multimode-Filter mit zwölf Modi. Er basiert auf einem frühen Enigiser-Prototyp, den Anthony Linell von Northern Electronics als Vorlage zur Verfügung stellte. Vier in Reihe geschaltete 6-dB-Filterzellen ermöglichen alles von Lowpass über Bandpass bis Highpass. Bei hoher Resonanz gerät der Filter in Selbstoszillation und lässt sich herrlich anpingen, zum Klingen bringen oder als zusätzlicher Oszillator einsetzen. Dahinter sitzt ein VCA mit CLIP-Schalter für angenehm raue Diodensättigung. Ein bipolarer Offset reicht von dauerhaft stehenden Drones bis zu kurzen, knackigen Pluck-Sounds.
Für einen monophonen Synthesizer geht die Modulationssektion erstaunlich tief. An Bord sind drei Hüllkurven, zwei LFOs und der generative GSEQ-Sequencer. Ein Tastendruck genügt, und GSEQ erzeugt quantisierte Melodien, deren Wahrscheinlichkeit, Tonumfang und Skala du gezielt beeinflussen kannst. Die oben angebrachte Patchbay bietet 28 Anschlüsse und lässt sich ohne zusätzliche Gate-Konverter direkt mit Eurorack-Systemen verbinden. Für sämtliche Wellenformen, LFOs und Hüllkurven stehen eigene Ausgänge bereit. Untergebracht ist das Ganze in einem 1,5 kg leichten Gehäuse aus Aluminium und Stahl, das über USB-C oder eine Powerbank betrieben werden kann. Ziemlich praktisch!
Eine eigenwillige und sehr reizvolle Maschine für druckvolle analoge Basslines, Acid-Sequenzen und kontrolliertes Chaos mit selbstoszillierenden Filtern. Und leicht genug, um sie unkompliziert mitzunehmen.
Features:
- Monophoner analoger Desktop-Synthesizer, Weiterentwicklung des SWEnigiser beziehungsweise Orgon Systems Enigiser
- Analoger Signalweg aus VCO → VCF → VCA; ursprüngliche Analogschaltungen nun in SMT-Bauweise
- Digitaler MCU ergänzt zweiten Oszillator, MIDI, zur Clock synchronisierbaren LFO2, automatische Kalibrierung und generativen Sequencer
- Analoger VCO mit sechs Einstellungen: Sinus, Dreieck, Rechteck, PWM-Puls, PWM-Sägezahn und OFF
- Oktavwahlschalter sowie Umschaltung zwischen grober und feiner Stimmung: HI ±12 Halbtöne, LO ±1 Halbton
- Ghost OSC2 folgt der Tonhöhe des VCO mit leichter, dynamischer Verzögerung und erzeugt dadurch eine chorusartige Verdopplung; Verstimmung um ±1 Oktave oder Umschaltung auf per EQ formbares weißes Rauschen
- Sub-Sinus wird direkt zum VCA geführt
- Rechteck-Suboszillator im Stil des Roland SH-101 bei −1 Oktave; Buchse dient gleichzeitig als Abschwächer für den externen Audioeingang
- Proto VCF/A Multimode-Filter mit zwölf Modi, basierend auf einem frühen Prototyp des Orgon Systems Enigiser, zur Verfügung gestellt von Anthony Linell / Northern Electronics
- Vier in Reihe geschaltete 6-dB-Filterzellen mit wählbaren Eingängen A–C und Ausgängen 1–4 für Lowpass-, Bandpass- und Highpass-Konfigurationen
- Cutoff, Resonance und Cutoff-Tracking bis 1 V/Okt.; Selbstoszillation ab etwa 3-Uhr-Stellung, dadurch auch als Oszillator nutzbar
- Crossfade-Mixer zwischen VCO- und VCF-Signal zum stufenlosen Mischen des ungefilterten und gefilterten Signals
- Zwei Modulationswege für die Cutoff-Frequenz, jeweils mit Attenuverter
- Proto VCA mit um etwa 6 dB verbessertem Rauschabstand
- Bipolarer CV-Offset: positive Werte für Drones, negative Werte zum Verkürzen der Hüllkurven und für perkussive Pluck-Sounds
- CLIP-Schalter für asymmetrische Sättigung und Overdrive über zwei Dioden
- Generativer GSEQ-Sequencer mit vier Patterns und jeweils 2–16 Steps; GEN gedrückt halten, um ein neues Pattern zu erzeugen
- Sechs Skalenmodi: Octaves, Sus4, Pentatonic Minor, Minor, Chromatic und MIDI Note Input
- Einstellbare Notenwahrscheinlichkeit, Tonumfang bis fünf Oktaven, Step-Länge sowie gewichtete Accents und Slides
- Wiedergabemodi Forward, Reverse, Ping-Pong und Random; außerdem Pattern Chaining und Clock Division
- Drei Hüllkurven: AD, AR und vollständiges ADSR; jeweils mit GSEQ-Trigger-Umschaltung
- Analoger LFO1 mit HI/LO-Bereich, Umschaltung zwischen Rechteck und Dreieck, Shape-Regler und Envelope Trigger
- Digitaler LFO2 mit HI/LO-Bereich, sechs Wellenformen und Synchronisation zu GSEQ oder externer Clock
- Eurorack-kompatible Patchbay mit 28 Anschlüssen; keine zusätzlichen Gate-Konverter erforderlich
- Separate Audio-Rate-Ausgänge für Sinus, Dreieck, Puls, Sägezahn und OSC2
- CV-Ausgänge für LFO1, LFO2 mit ±5 V sowie ENV1–3 mit 0–5 V
- Vier universelle CV-Eingänge für die Modulationsquellen-Auswahl sowie separate Eingänge für lineare FM, Shape Width, LFO2 Frequency und VCF Cutoff
- Gate-Eingänge für die Hüllkurven 1–3 sowie GSEQ Clock In, Trigger Out und V/Okt.-CV-Ausgang
- Separater Kopfhörerausgang in Dual-Mono, Audioausgang auf Eurorack-Pegel und externer Audioeingang
- 5-poliger MIDI-DIN-Eingang sowie USB-C für MIDI In/Out und Stromversorgung; zusätzlicher 5-V-DC-Eingang
- Browserbasierte automatische Kalibrierung von VCO, Pulsbreite, VCF und VCA sowie Firmware-Updates
- Pulverbeschichtetes Gehäuse aus Aluminium und Stahl mit VESA-M4-Befestigung im 100-mm-Raster
- Wird über ein USB-C-Netzteil (nicht im Lieferumfang enthalten) oder eine optionale Powerbank betrieben - rund zwei Stunden Laufzeit mit einer Powerbank mit 5.000 mAh
- Abmessungen: 250 × 200 × 50 mm
- Gewicht: 1,5 kg