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| HE | 3 |
| TE | 14 |
| Tiefe | 35 |
| +12V | 122 |
| –12V | 15 |
AI Synthesis AI250 BXR — Audio-Mangler, CV-Prozessor und VCO, inspiriert von Messtechnik für Atomtests
Historische Messtechnik für Atomtests ist nicht gerade der naheliegendste Ausgangspunkt für ein Eurorack-Modul – und allein das macht den AI250 BXR schon ziemlich ungewöhnlich. sogenannte Boxcar Averager waren Laborgeräte, mit denen sich aus schnellen, sich wiederholenden und stark verrauschten Signalen verwertbare Informationen herausfiltern ließen. Abraham Ingle von AI Synthesis hat den mathematischen Echtzeitteil solcher Systeme aufgegriffen und daraus ein musikalisches Werkzeug gemacht. Als wichtigste Vorlage diente ihm dabei der Stanford Research Systems SR-235 Analog Processor. Und wo wir gerade Namen klären: Das AI in AI Synthesis steht ausschließlich für Abraham Ingle. Künstliche Intelligenz ist hier also nicht im Spiel …!
In der Praxis nimmt der BXR zwei Signale, verknüpft sie mathematisch und schickt das Ergebnis anschließend durch eine zweite Funktionsstufe. Zur Auswahl stehen unter anderem Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Danach geht es mit Funktionen wie Quadrieren, Quadratwurzel, Logarithmus und Differenzieren weiter. Selbst gewöhnliche Wellenformen kommen am Ende harmonisch angereichert, gleichgerichtet, stachelig oder angenehm aus den Fugen geraten wieder heraus. Input B lässt sich außerdem durch den integrierten 1-V/Okt.-Oszillator ersetzen. Dieser bietet 11 per Spannung anwählbare Wellenformen sowie Audio- und LFO-Bereiche. Damit kann der BXR als Audio-Mangler, CV-Prozessor oder auch als vollständige eigenständige Klangquelle dienen.
Im Zentrum stehen zwei Regler. Argument bestimmt das mathematische Verhältnis zwischen A und B, Function legt fest, was anschließend mit dem Ergebnis passiert – beide lassen sich per CV steuern. Die rund um die Regler aufgedruckten Formeln sehen vielleicht zunächst nach dem geretteten Notizbuch eines Physikers aus, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen: drehen, sequenzieren, zuhören. Auch Oszillator-Wellenform, Distortion und Dry/Wet-Mix sind CV-steuerbar. Zwei treffend benannte Geiger Gates erzeugen außerdem stochastische Gates aus den internen Vorgängen des Prozessors. Im Inneren arbeitet der BXR digital mit 24-Bit-Verarbeitung auf der Daisy-Plattform, verzichtet aber komplett auf Display und Menüs. In der Bedienung erinnert er dadurch viel eher an ein eigenwilliges altes analoges Laborgerät: Signal reinpatchen, Regler drehen und schauen, was das Experiment überlebt.
Gerade diese klare Herkunft macht den BXR so interessant. Er ist nicht einfach ein weiterer digitaler Multifunktionsprozessor mit Retro-Frontplatte. Das gesamte Modul basiert auf einer ziemlich obskuren Messtechnik und untersucht, was passiert, wenn man deren Mathematik als musikalischen Prozess behandelt. Den Demos nach kann das überraschend voll und rund klingen, genauso gut aber crunchy, instabil und herrlich kaputt. Ein äußerst spannendes und seltsames Modul – und deutlich musikalischer, als seine Herkunft aus der Atomtest-Messtechnik vermuten lässt.
Features:
- Digitaler Audio-/CV-Prozessor, inspiriert von historischen Boxcar-Averager-Systemen, insbesondere dem Stanford Research Systems SR-235 Analog Processor
- Einsetzbar als Audio-Mangler, CV-Prozessor/-Generator und VCO
- Zwei Audio-/CV-Eingänge mit eigenen Pegelreglern
- Input B kann durch den internen Oszillator ersetzt werden
- Bei aktiviertem internen Oszillator dient der Pegelregler von Input B gleichzeitig zur Steuerung der Tonhöhe
- Argument-Sektion verknüpft A und B über Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division und weitere mathematische Beziehungen
- Function-Sektion verarbeitet das Ergebnis unter anderem durch Quadrieren, Quadratwurzel, logarithmische Funktionen und Differenzieren
- CV-Steuerung für Argument und Function
- Integrierter 1-V/Okt.-Oszillator
- 11 per Spannung anwählbare Oszillator-Wellenformen
- Audio- und LFO-Bereich für den Oszillator
- CV-Steuerung der Oszillator-Wellenform
- Integrierte Distortion
- Spannungsgesteuerter Dry/Wet-Mix
- Zwei stochastische Geiger-Gate-Ausgänge
- Hauptausgang für das bearbeitete Signal
- Separater Oszillator-Ausgang
- Direkte Bedienung über sieben Regler, drei Kippschalter und 12 Buchsen
- Kein Display, keine Menüs
- 24-Bit-Verarbeitung auf der Electrosmith-Daisy-Plattform
- Firmware aktualisierbar
- Erhältlich mit silberner Aluminium- oder schwarzer Frontplatte